23.09.2025
Palliative Medizin in armen und reichen Ländern – ein Menschenrecht für alle
Zusammenfassung der Wissenschaftlichen Publikation von Jürgen Wacker: “Palliative Medicine in Poor and Rich Countries“.
In: “Journal of Medical and Health Sciences“. Band 5, 2025, S. 84–86.
Einleitung
Während in Europa viele ältere Menschen in Pflegeheimen sterben, bleibt dies in afrikanischen Ländern die Ausnahme. Dort übernehmen meist die Großfamilien die Pflege – oft unter einfachsten Bedingungen. Ein „heiliger Palmhain“ kann zum Ort der letzten Begleitung werden.
Die Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern in der Palliativmedizin sind gewaltig. Atlanten der WHO zeigen: Millionen Menschen weltweit brauchen Palliativversorgung, doch nur ein Bruchteil erhält sie. Besonders in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen fehlt es an Strukturen, Medikamenten und Fachpersonal.
Globale Zahlen und Realitäten
Burkina Faso im Fokus
Derzeit gibt es in Burkina Faso keine nennenswerte Zahl formell eingerichteter Palliativeinrichtungen – mit Ausnahme der Universitätskliniken in Ouagadougou und Bobo-Dioulasso sowie des protestantischen Krankenhauses Schiphra in Ouagadougou.
Die Gesundheitsbehörden des Landes beschreiben die Versorgung in diesem Bereich als „unzureichend oder nahezu nicht existent“. Ein Lichtblick: Vom 3. bis 13. Dezember 2024 wurden am Evangelischen Krankenhaus Schiphra Ärzt:innen, Pflegekräfte und Verwaltungspersonal in Palliativversorgung geschult. Die damalige Direktorin Marie-Claire Traoré betonte die Bedeutung dieser Schulungen: Gebrechliche Patient:innen mit kurzer Lebenserwartung brauchen besondere Fürsorge – und sollen in dieser kurzen Zeit Freude an Bewegung, Gesang und Gemeinschaft erfahren.
Erfahrungen vor Ort
Prof. Jürgen Wacker, ehemaliger Entwicklungshelfer in Burkina Faso und heute Gynäkologe mit Zusatzqualifikation in Palliativmedizin, schildert seine Eindrücke aus dieser Zeit:
In einem einfachen Raum am CHR Dori nahmen Familien Abschied von ihren Angehörigen. Kühlende Luft wurde mit Fächern gespendet, Berührungen ersetzten Physiotherapie. Die Liebe der Familie war oft die einzige „Therapie“.
Diese Form der Primären Palliativversorgung zeigt, dass Fürsorge nicht zwingend technische Ausstattung braucht – sondern Nähe, Zuwendung und Würde.
Ethische Perspektiven
Lehren und Empfehlungen
Lehren und Empfehlungen
Palliative Medizin darf kein Luxus der reichen Länder bleiben. Sie ist ein Menschenrecht und Ausdruck von Würde. Ob in einem deutschen Hospiz oder in einem Dorf der afrikanischen Savanne – das Ziel bleibt gleich: Schmerzen lindern, Hoffnung schenken und das Leben in seinen letzten Tagen lebenswert machen.